Was ist Tiergestützte Arbeit?

Der Mensch scheint instinktiv den Kontakt zu einem Lebewesen zu suchen, welches allein durch sein Dasein auf ihn beruhigend, versöhnlich wirkt“ (Otterstedt 2001, S. 17).

Die Idee zur Tiergestützten Arbeit kam durch die Tätigkeit einer Kollegin in der stationären Jugendhilfe. Zu dieser Zeit habe ich in einer Intensivwohngruppe für dissoziale, verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche gearbeitet. Eine Kollegin brachte ihren ausgebildeten Hund mit zum Dienst. Ich fand es faszinierend, wie die Jugendlichen jeden Alters und egal mit welchen „Problemen“ sie kamen, mit dem Hund auf dem Boden lagen und kuschelten.

Die Möglichkeit, meine Arbeit mit meiner Leidenschaft für Hunde zu verbinden, motivierte mich, eine Weiterbildung in tiergestützter Arbeit mit meinen beiden Hunden Loki und Bärbel zu absolvieren. Als zertifizierte Therapiebegleit- und Schulhunde untestützen mich meine Vierbeiner inzwischen erfolgreich in der Arbeit mit meinen Klienten.

Es ist mir eine Herzensangelegeheit, Klienten aller Altersgruppen emotional, sozial und kognitiv mit Loki und Bärbel zu unterstützen. Ausgeschlossen sind leider Personen mit Hundehaar-Allergie ohne ärztliches Attest.

Warum Hunde in der Therapie?

Hunde können das Wohlbefinden und die Lebensumstände von Menschen nachhaltig positiv beeinflussen. Sie sind vielseitig einsetzbar und ihre Unterstützung kann individuell an die Bedürfnisse der Klienten angepasst werden. Sie fördern den Alltag, begleiten Gespräche sowohl aktiv als auch passiv und wirken pädagogisch. Zudem können sie einen beruhigen, das Selbstbewusstsein, die Motorik und das Verantwortungsgefühl stärken. Auch bei der Stressbewältigung, der Förderung sozialer Kompetenzen und der Motivation in schwierigen Lebenssituationen leisten sie wertvolle Unterstützung. Die positiven Effekte – etwa bei Bindungsstörungen oder Kommunikationsschwierigkeiten – sind wissenschaftlich belegt (vgl. u. a. Poresky & Goodman, 1989).

 

Literaturnachweise
  • Bergler, R. (1992): Der Einfluss von Hunden auf das Sozialverhalten von Jugendlichen. Verlag Paul Parey.
  • Corson, S. A., & Corson, E. O. (1980): Pet Animals as Nonverbal Communication Mediators in Psychotherapy in Institutional Settings. Ethology and Sociobiology, 1(2), 97-104.
  • Guttmann, G., & Predota, F. (1979): Die Bedeutung der Heimtierhaltung für die Entwicklung nonverbaler Kommunikation und sozialer Kompetenzen bei Kindern. Zeitschrift für Psychologie, 187(3), 225-245.
  • Hediger, K., & Zinsstag, J. (2013): The Relevance of Animal-Assisted Interventions to Enhance the Learning Performance of Children. Journal of Veterinary Behavior, 8(5), 236-242.
  • Kotrschal, K., Beetz, A., & Julius, H. (2009): Die „Dachsstudie“: Effekte eines Hundes auf die Stresskontrolle unsicher gebundener Kinder. Universität Wien, Fakultät für Lebenswissenschaften.
  • Otterstedt, C. (2001): Tiere als therapeutische Begleiter: Grundlagen und Praxis der tiergestützten Therapie. Ernst Reinhardt Verlag.
  • Poresky, R. H., & Goodman, M. A. (1989): The Effects of Pet Ownership on Autistic Children’s Social Skills. Journal of Autism and Developmental Disorders, 19(3), 461-467.
  • Poresky, R. H., Hendrix, C., Mosier, J. E., & Samuelson, M. L. (1988): Children’s Pet Attachment and Their Interpersonal Competence in the Classroom. Anthrozoös, 2(1), 40-44.
  • Prothmann, A. (2008): Was Kinder stark macht: Präventive und pädagogische Effekte von Heimtieren. Hogrefe Verlag.
  • Schowalter, J. E. (1983): The Role of Pets in Child Development. The Psychiatric Quarterly, 55(4), 289-296.
  • Sebkova, J. (1977): Angstbewältigung durch den Kontakt mit Hunden. Psychiatrie, Neurologie und Medizinische Psychologie, 29(6), 361-365.
  • Stetina, B. U., et al. (2011): Emotional Competence in Children and Adults through Regular Therapeutic Contact with Dogs. Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie, 60(9), 715-729.
Kooperationspartner
  • Stephanie Holstiege (Dipl.- Sozialarbeiterin / System. Therapeutin/ Servicehundetrainerin)
    www.SocialDogs.de

Angebote

Im Fokus meiner Arbeit stehen motivationale, pädagogische und freizeitgestaltende Ziele. Angeboten werden Einzel- und Gruppenarbeit. Gefördert werden zum Beispiel nonverbale Kommunikation, motorische Fähigkeiten und emotionale Stabilität etwa durch Interaktionen wie …

– Tricktraining, Agility und Naturprojekt und vieles mehr!

Sicherheit und Qualität
Loki und Bärbel werden regelmäßig tierärztlich untersucht, geimpft und versorgt. Alle Einsätze sind auf das Wohl der Hunde abgestimmt. Fortbildungen, Dokumentationen und Reflexionen garantieren professionelle Arbeit im Rahmen des Tierschutzgesetzes (§11).

Loki:

  • Ein ruhiger, aufmerksamer Tigerdackel, der durch seine freundliche Art und Empathie besticht. Loki spiegelt Emotionen, schenkt Trost und bringt Ruhe in jede Situation.

 

Über Loki

Loki ist ein Dackel im besten Alter (*2015) und eher von der ruhigen Sorte. Besonders ist seine Fellfarbe, die unter die Rubrik Tigerdackel fällt und ihn überall auffallen lässt. Er wurde als Welpe mit der Flasche aufgezogen, da seine Mutter im Straßenverkehr überfahren wurde. Dadurch ist er sehr menschenbezogen und begegnet ihnen stets freundlich und respektvoll.

Loki hat Situationen immer gut im Blick – vor allem mich. Niemand kann mich so gut lesen wie dieser Seelenhund. Das zeigt sich auch in seiner Arbeit: Er spiegelt Menschen oft ihr Verhalten, tröstet, wenn es ihnen nicht gut geht, und zieht sich bei Unruhe zurück. Meistens findet man Loki bei dem ruhigsten Menschen im Raum.

Draußen ist er sehr aktiv und selbstständig unterwegs, hat keinerlei Berührungsängste mit anderen Lebewesen, zeigt aber manchmal auch den dackeltypischen Sturkopf. Loki hat viel Spaß an seiner Arbeit, fordert dabei jedoch Motivation und Beharrlichkeit von seinem Gegenüber.

Bärbel:

  • Eine lebensfrohe, aktive Dackelhündin, die mit ihrem Eifer und Charme begeistert. Sie gewinnt Herzen im Sturm und bietet vielfältige Interaktionsmöglichkeiten.

 

Über Bärbel

Bärbel ist der junge Hase im Team (*2019) und immer top motiviert – für ein Leckerli tut sie fast alles. Sie kam gegen eine Schutzgebühr zu mir, da der Züchter sie aufgrund eines Rückbisses schnell abgeben wollte. Was bedeutet das? Bärbels Unterkiefer ist etwas kürzer, was sie jedoch keineswegs behindert. Menschen fühlen sich aufgrund dieses „Makels“ oft mit Bärbel verbunden, und es entstehen dadurch häufig lustige Situationen.

Eine weitere optische Besonderheit ist ein heller Streifen auf ihrer Nase. Bärbel ist ein sehr aktiver Hund und mag Menschen sehr gerne. Zu Beginn wirkt sie dadurch manchmal stürmisch und aufdringlich – sie verteilt gerne Küsschen und ist generell sehr körperbezogen im Umgang. Daher ist es wichtig, klare Grenzen zu setzen und konsequent zu sein.

Durch ihre hohe Motivation und ihren Fleiß zeigt sie in der Arbeit viel Einsatz und kann sehr konzentriert arbeiten. Sie hat großen Spaß an Tricks und lernt sehr schnell. Typisch für Bärbel sind ihre aktive und fröhliche Art – sie ist stets gut gelaunt und zugewandt.

Pferdegestützte Arbeit

Angebot im Aufbau. Schauen Sie gerne zu einem späteren Zeitpunkt vorbei.

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